2020 Ende einer Freundschaft

wie schade! ...

Im April zerbrach unsere schon vorher etwas angeschlagene Freundschaft zu dem Pärchen Daniel und Maria, welches ich schon mal erwähnt hatte. Letztlich schuld daran war das Corona-Virus. Aber die Sache hatte auch zwei Vorspiele, die schon über Jahre zurück lagen: Erstens hatte Maria uns mal Fotos von Flugzeugen mit Kondensstreifen am balerarischen Himmel geschickt mit dem Vermerk „Damit wollen die uns vergiften!“.

Zweitens hatten die beiden ihr Haus auf Formentera verkauft und waren nach León gezogen, ein Örtchen im Norden Spaniens, grau, langweilig, schrecklich. Maria wollte angeblich ihre demente Mutter pflegen und hatte außerdem eine verlockend wirkende Eigentumswohnung in petto. Was wir nicht wussten: Diese Wohnung hatte einer Isabel Carrasco gehört, einer widerwärtigen, rechten und korrupten Kommunalpolitikerin, die einer jungen Mitarbeiterin das Leben zur Hölle gemacht und von deren Mutter auf einer Brücke mit fünf Schüssen praktisch hingerichtet worden war. Die Wohnung dieser Carrasco hatten Daniel und Maria für einen anscheinend sehr guten Preis gekauft. Die uns von den beiden zugesandten Fotos zeigten ein extrem neureiches Ambiente, und uns war jede Lust vergangen, sie in León mal zu besuchen.

Kurz nach dem Corona-Ausbruch überschwemmte Maria uns mit abstrusen Whatsup-Mitteilungen, der Kommunismus käme über die Welt und ähnlichem Schwachsinn, sowie einem Youtube-Link zu einer Laura Eisenhower, die vor einer Kamera sitzend vorgab, die Nichte des verstorbenen Ex-Präsidenten zu sein, und vor allerlei Gefahren warnte, die ins Haus stünden, z.B. dass Bill Gates allen per Impfung einen Chip einpflanzen wollte. Dann wechselte sie plötzlich das Thema zu noch abstruseren Behauptungen: wir würden alle unter dem Einfluss von Aliens stehen, die uns bzw. unseren Kindern das Blut aussaugten und Menschen für ihre Ernährung bräuchten. Das war einfach zu viel, um diese Freundschaft weiterhin zu pflegen. Daniel bekam eine finale E-Mail von mir, die die Sache besiegelte.

Außerdem habe ich auf Youtube zum Beitrag dieser Laura Eisenhower einen englischen Kommentar gepostet, sinngemäß, dass ich als Arzt bis 2012 in der psychiatrischen Klinik von Boston tätig gewesen sei und diese Dame als Patientin wegen ihrer psychischen Störungen behandelt hätte. Schizophrenie, Paranoia und die Warnung: „Vorsicht vor dieser Person! Sie ist gefährlich!“ Mein Kommentar wurde übrigens alsbald wieder gelöscht.