2007 Ein netter Herr und ein zerstörtes Dorf

Belchite - Mystisch, mystisch, das Aragon!

Ein herbstlicher Ausflug ins Aragon, wo unser Freund Andrés in einem Dörfchen namens Tobed eine Wochenend-Wohnung hat.

In Tobed angekommen galt es, einen älteren Mann mit dem Namen „El Pulga“ (der Floh) zu finden, der laut Auskunft eines seiner Freunde gerade mit dem Traktor unterwegs war. Die Suche nach El Pulga gestaltete sich schwierig und langwierig. Letztlich fanden wir ihn in seiner eigenen Bodega, wo er gerade den Kamin anheizte. Somit war alles gerettet. Im Fortgang erfuhren wir, dass El Pulga vor langen Jahren einen Fernsehauftritt hatte, in dem er demonstrierte, wie man „mit dem Arsch alleine“ – also ohne Beine - springen kann. Bei dieser noch nicht olympischen Disziplin ist der „Extrem-Sportler“ tatsächlich allein durch die Kraft seiner Hintern-Muskel in der Lage, beachtliche Sprünge von immerhin ca. 35cm Länge auszuführen. El Pulga soll auf diese Weise eine ganze Stierkampf-Arena durchquert haben. Der numehr 74-jährige gab uns auf dem Boden seiner Bodega eine kleine Kostprobe seines Könnens. Die Sprunglänge war jedoch aufgrund seines Alters auf ca. 6cm zurück gefallen. Außerdem hatte El Pulga seinen beträchtlichen Alkoholkonsum vor ca. 2 Jahren so gut wie auf Null reduziert und ließ uns freundlichst und freigiebigst den hauseigenen Wein kosten.

Im während des spanischen Bürgerkriegs zerstörten Ort Belchite sollen bisweilen längst vergangene Kriegsgeräusche hörbar sein. Man habe mit hochempfindlichen Mikrofonen Aufnahmen gemacht, auf denen die Motorgeräusche von Flugzeugen zu identifizieren sind, die seitdem – also seit Jahrzehnten! - nie wieder zum Einsatz kamen – Psychofonie ...

Und eine ganze Horde riesiger, echter Geier umkreiste eine kleine Ziegenherde, die sich in den Felsen nahe der Straße versammelt hatte. Ja, ja, das Aragon!